Fürchte DICH nicht!

Hab keine Angst vor Dir selbst! Vor dem, was in Dir steckt, was Gott in Dir sieht! 

von Katja

Diese Mut machende Aussage begegnet uns sehr häufig in der Bibel. Oftmals spricht Gott sie selbst durch seine Boten Menschen zu, denen er begegnen will oder für die er eine Botschaft hat. Der unmittelbare Kontakt mit Gottes Wirklichkeit scheint für Menschen so furchterregend zu sein, dass diese drei Worte wie ein Schutz über ihnen ausgesprochen werden: 
Du hast nichts zu befürchten! Hab keine Angst! Ich tue dir nicht weh! 
Wie ein roter Faden zieht sich dieser Satz durch die Bibel. Gott weiß, wie anfällig wir für Furcht sind! Er spricht uns sein „Fürchte dich nicht!“ immer wieder zu. 

Ich verstehe diese Aufforderung so, dass Gott die Kontrolle hat und ich deshalb keine Angst haben muss vor etwas, das von außen an mich herantritt, weil er Gutes mit mir im Sinn hat und mich auch in Schwierigkeiten niemals verlassen wird. 
Und das ist gut so! 

In diesem Jahr kam mir jedoch irgendwann ein Gedanke, den ich zuerst für anmaßend hielt, der mich aber nicht mehr losgelassen hat. 
Im Deutschen wird die Aussage „fürchte dich nicht“ als reflexives Verb verwendet. 
Das bedeutet, ich kann sie auch verstehen als „fürchte DICH nicht!“ Hab keine Angst vor Dir selbst! Vor dem, was in Dir steckt, was Gott in Dir sieht! 
Unsere Sprache nutzt die Redewendung „Angst vor der eigenen Courage haben“ dafür, wenn jemand sich im letzten Augenblick doch nicht traut, etwas zu tun, und den Rückzug antritt. 

Wie oft trifft das auf mich zu! Ich erkenne mich darin, dass ich oft Angst davor habe, nicht genug zu sein, etwas zu vermasseln, Fehler zu machen. Viele von uns sind so gut darin, sich für minderwertig zu halten, dass sie verlernt haben zu glauben, was Gott in uns als sein Ebenbild gelegt hat. 
Und glaub mir, Er sieht mehr in dir als du ahnen kannst! 
Die Idee, die Gott hatte, als er dich schuf, einzigartig, besonders, wertvoll, hat ihre Kraft nie verloren! 
Und ich? Fürchte ich mich, genauer hinzuschauen, weil ich so beschäftigt bin damit, die Erwartungen anderer zu erfüllen? Weil es eher christlich klingt, von sich selbst nicht allzu gut zu denken? 
Wer hat denn ein Interesse daran, dass ich mich klein mache und verstecke? 

In Tolkiens Werk „Der Herr der Ringe“ spricht Gandalf seinem Gefährten Aragorn, dem Waldläufer und eigentlichen Thronerben, Mut zu: „ Der Feind hat Gerüchte gehört. Der Erbe Numenors sei am Leben. Sauron fürchtet dich, Aragorn. Er fürchtet, was du werden könntest. Deswegen wird er rasch zuschlagen gegen die Welt der Menschen. (...) Es wird Krieg geben.“ 

Auch mein Herz hat einen Gegner, der verhindern will, dass Gottes verborgene Herrlichkeit darin aufleuchtet, und er sucht das mit allen Mitteln zu verhindern. Doch nicht einmal die Sünde ist in der Lage, diese Herrlichkeit auszulöschen. Und Gott sehnt sich unablässig danach, dass ich erkenne, was er schon längst in mir sieht. 
Mich selbst zu fürchten, weil ich Angst davor habe, was in mir steckt; das eigene Sein zu fürchten, stellt mir die tiefe Frage nach meiner Identität, die ich mir nur von Gott selbst beantworten lassen möchte.
 
Diese Gedanken haben mich sehr berührt, aber auch herausgefordert und inspiriert. Mit den folgenden Zeilen möchte ich sie dir zusprechen, so wie Jesus sie mir immer wieder zuflüstert, wenn ich im Begriff stehe, zu vergessen, wer mich geschaffen hat.

                                        FÜRCHTE DICH NICHT

FÜRCHTE DICH NICHT
 IN DIR STECKT
 TAUSENDMAL MEHR ALS DU AHNST
 FÜRCHTE DOCH NICHT
 WER DU BIST
 SCHAU NUR HIN
 TOCHTER GOTTES
 VATERS AUGEN
 SCHARFES SCHWERT
 GELIEBTE
 ANMUTIG UND FREI
 DES HÖCHSTEN HANDSCHRIFT IM HERZEN
 NICHT dich FÜRCHTE
NOCH DEINEN FEIND
 ALLEIN DEM HEILIGEN GEHÖRT DEIN HERZ
 DU BIST SEIN
 KOMM
 KOMM HERVOR
 LASS DICH SEHN
 DEIN KÖNIG KOMMT
 STEH AUF UND TANZ
 IM LICHT DER WAHRHEIT 
DU BIST SCHÖN